Challenge: Einmal durchs Regal

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Mittwoch, 11. April 2018

Buchkritik: Agatha Christie - Mord im Orientexpress

Es war ein kalter Wintermorgen in Syrien. Früh um fünf Uhr wartete auf dem Bahnhof von Aleppo der Zug, der in den Kursbüchern großspürig als <<Taurus-Express>> bezeichnet wird. Er bestand aus einem Küchen- und Speisewagen, einem Schlafwagen und zwei gewöhnlichen Reisewagen.


Original: Murder on the Orient Express
314 Seiten

''Als der belgische Detektiv Hercule Poirot eine Reise im Orient-Express von Istanbul nach London buchen möchte, ist der Zug überraschenderweise bereits voll besetzt. Nur über seine Beziehungen zum ebenfalls mitreisenden Direktor der Eisenbahngesellschaft, Monsieur Bouc, bekommt er noch ein freies Abteil.
Auf der Fahrt durch Jugoslawien, zwischen Vinkovci und Brod, muss der Zug anhalten, da die Strecke durch eine Schneeverwehung blockiert ist. Zu dieser Zeit wird ein amerikanischer Reisender durch zwölf Messerstiche ermordet. Monsieur Bouc bittet Poirot, den Fall aufzuklären.''

~*~

Wie versprochen schreibe ich heute meine zweite Agatha Christie Rezension! ;)
Diesen Roman habe ich mir wegen der aktuellen Verfilmung ausgesucht. Gesehen habe ich den Film zwar nicht, aber das würde ich gerne nachholen. Zweifelsohne zählt der Roman zu ihren bekanntesten und die Verfilmung letztes Jahr war bereits die vierte.
Die Person des Ermittlers Hercule Poirot kommt in mehreren Romanen vor. Er ist eine neutrale Persönlichkeit, von seinen Fähigkeiten aber sehr überzeugt. Natürlich klärt er den Fall. ;) Und damit sind wir wieder bei dem Problem, dass sich hier natürlich um einen typischen Krimi handelt. Und Fälle wie diese lösen sich, trotz aller Widersprüche, wie vom Autor geplant einfach in Wohlgefallen auf.
Trotzdem hat mir das Buch weitaus besser gefallen, als "Fata Morgana". Die Charaktere sind besser herausgearbeitet, wenn nicht sogar sehr überspitzt. Das passt in diesem Fall allerdings gut. Nicht überspitzt, aber ziemlich spitze (haha :v ) ist das Setting im Zug. Das gefiel mir wirklich gut!

~*~

Fazit: Agatha Christie und ich, wir werden wohl nicht mehr ganz warm. Trotzdem bin ich froh, dass ich ein bisschen in ihrem Lebenswerk geschnuppert habe und freue mich vor allem darauf mir die Verfilmung anzusehen.

<<Gut so>>, sagte Monsieur Poirot. <<Nachdem ich Ihnen also meine Lösung unterbreitet habe, werde ich nunmehr die Ehre haben, mich von dem Fall zurückzuziehen ...>>

Mittwoch, 28. März 2018

Buchkritik: Agatha Christie - Fata Morgana (Ein Miss-Marple-Krimi)

Mrs. Van Rydock trat einen Schritt vom Spiegel zurück und seufzte.
<<Tja, so müsste es gehen>>, murmelte sie. <<Was meinst du, Jane?>>
Miss Marple fasste die Lanvanelli-Kreation kritisch ins Auge.

Original: "They Do It With Mirrors"
224 Seiten

"Es muss sich um ein Gerücht gehandelt haben, denn als Miss Marple ihre angeblich gefährdete Jugendfreundin Carrie Louise auf dem feudalen Landsitz Stonygate besucht, findet sie eitel Sonnenschein und Harmonie. Trotzdem traut sie dem Frieden nicht recht und bleibt. Die drei Morde aber kann sie nicht verhindern. Erst danach gelingt es ihr, die Ereignisse zu durchschauen."


~*~

Dieses Buch stand schon so eeewig in meinem Regal herum! Aber Agatha Christie muss man irgendwann ein mal gelesen haben, oder? Sie hat schließlich einige Klassiker geschrieben. Aktuell lese ich beispielsweise "Mord im Orientexpress", aber das ist was für die nächste Buchrezension!

Seit ich Dürrenmatt's "Das Versprechen" gelesen habe, werden mir Kriminalromane einfach nicht mehr wirklich warm. Sicher lag es auch am Setting und gewiss auch an der Übersetzung, aber mir erschien alles ein wenig gewollt. Vielleicht bin ich auch verwöhnt von dicken Wälzern in denen mehr als reichlich Platz für Charakterbeschreibungen ist. :D

 ~*~

Fazit: Was soll ich groß sagen... Das Buch hat mir schlichtweg nicht besonders gut gefallen. Es war sehr kurz, deswegen habe ich es zuende gelesen, aber es war alles andere als fesselnd.
Jedoch hat jede/r eine zweite Chance verdient, daher gibt es in der nächsten Kritik etwas über einen anderen Agatha Christie Roman zu hören ;)

"<<... Ich wüsste zu gern, wie ihr damals wart! Irgendwie kann ich es mir gar nicht vorstellen...>>
<<Nein, das können Sie wohl nicht>>, sagte Miss Marple.
<<Das ist lang, lang her...>>

Mittwoch, 10. Januar 2018

Buchkritik: Fledermausmann - Jo Nesbó

"Etwas lief schief.
Die Beamtin an der Passkontrolle hatte zuerst breit gegrinst: >>How are you, mate?<<
>>I'm fine<<, hatte Harry Hole gelogen. Vor merh als dreißig Stunden hatte er Oslo via London verlassen, und seit Bahrain, wo er ein anderes Flugzeug nehmen musste, hatte er die ganze Zeit auf diesem verdammten Platz vor dem Notausgang gesessen. Aus Sicherheitsgründen konnte man den Sitz nur minimal nach hinten lehnen, und schon vor Singapur hatte sein Rückgrat damit gedroht, zu kollabieren."


Original: Norwegisch "Flaggermusmannen"
415 Seiten

Harry Holes erster Fall
"Harry Hole, der Kommissar aus Oslo, soll in Sydney den Mord an einer Norwergerin aufklären. Gemeinsam mit seinem australischen Kollegen nimmt er die Ermittlungen auf. Schon bald müssen sie feststellen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt: Ein Serienmörder tötet scheinbar willkürklich junge weiße Frauen." 

~*~

Ein Fund aus dem offenen Bücherschrank. Ich habe es mitgenommen, weil "Mach die Arme hoch für Fledermausmann".. :D Außerdem klang der Name des Autors vertraut. Auf der Innenseite des Einbandes, auf der letztmöglichen Seite also, sind alle Harry-Hole-Bücher aufgelistet. Auch "Schneemann" und da ist mir aufgefallen, dass ich den Namen aus der Kinovorschau zu dem Film kenne, der gar nicht schlecht aussah. Also habe ich angefangen es zu lesen, obwohl ich es eigentlich zurückbringen wollte, weil ich genug Bücher auf meinem Stapel habe.

Wie dem auch sei... "Der Fledermausmann" war meine Lektüre für die letzten paar Wochen unterwegs in Bus und Bahn. Ich bin 2*30 Minuten unterwegs, da sollte so ein "dünnes" Buch eigentlich schnell verschlungen sein, aber ich habe mich anfangs etwas schwer getan. Ich bin einfach nicht wirklich warm geworden mit Harry Hole und seinen Kollegen, die Ergreifung des Mörders habe ich auch nicht wirklich ersehnt.
Am Ende konnte ich mich aber doch noch mit der Story anfreunden. Auch wenn Hole für mich kein interessanter oder gut durchdachter Charakter zu sein scheint (bisher?), konnte ich ihm gegen Ende ein wenig mehr abgewinnen. Vielleicht, weil man ihn in der Zwischenzeit schlichtweg besser kennengelernt hat. Otto Rechtnagel hingegen war mein liebster Charakter. Ich kann mir allerdings die Beziehung, die er führte, nicht vorstellen. Das kam mir etwas zu zusammengewürfelt vor. Genau wie der Täter, obwohl die Erklärung an sich schlüssig war. Ich bin allerdings keine begnadete Krimi-Leserin. Eventuell fehlt mir da die Übung, denn ich habe einen anderen Charakter verdächtigt.


Was ich besonders mochte waren die Aborigine-Legenden, die zwischendurch eingebunden wurden, als 'Hinweise'. Auch die durchaus kritischen Worte zur gesellschaftlichen Lage der Ureinwohner Australiens haben mich berührt. Nesb
ø scheint sich durchaus mit dem Land und seiner Kultur auseinandergesetzt zu haben, und das gibt natürlich Pluspunkte!

 ~*~

Fazit: Falls ich für das kommende Jahr keine Lesechallenge finde, kann ich mir trotz Makel vorstellen neben der Game of Thrones - Reihe die anderen Hole-Bücher ebenfalls durchzulesen. Zumindest an einem will ich mich versuchen, auch wenn der Titel "Kakerlake" alles andere als ansprechend klingt.


"Andere hatten nur eine Schwäche für das Leben. Ganz einfach. Na ja, vielleicht nicht ganz so einfach, aber das alles lag jetzt so weit entfernt von dort unten. Viertausend Fuß, um ganz genau zu sein. Er umklammerte den orangenen Griff auf der rechten Seite seiner Brust, zog entschlossen an der Reissleine und begann zu zählen: >>Einundzwanzig, zweiundzwanzig ...<<"

Donnerstag, 13. November 2014

Buchkritik: Vollendet - Der Aufstand


Quelle


Vollendet - der Aufstand
Neal Shusterman
Original: Englisch (UnWholly)
544 Seiten

"Du hast geglaubt, es ist vorbei?
Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:
Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen.
Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein.
Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen.
Einer von ihnen wird verraten werden. Einer von ihnen wird fliehen. Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf."

~*~

 Ursprünglich nicht geplant, gibt es einen zweiten Teil zu Vollendet. Zur Sprache und Idee werde ich nichts neues sagen können, dafür aber lernen wir direkt zu Beginn in "Vollendet - der Aufstand" neue Protagonisten kennen: Starkey, Miracolina und Cam.
Leider sehr durchschaubar gestaltet ist Starkey's Charakter. Das ist natürlich schade und nimmt dem Verlauf der Story eine Menge an Spannung. Nach dem Lesen des Klappentextes war ich mir schon ziemlich sicher, was für ein Typ Cam sein würde, aber er hat mich in seiner Art und Weise doch etwas überrascht. Oft wusste ich aber nicht ob ich ihn jetzt mag, ob ich bloß Mitleid habe oder ob er mir unsympathisch ist. Vielleicht alles zusammen?! Miracolina erinnert natürlich sehr an Lev, aber hey, wieso nicht zwei sich ähnliche Charaktere interagieren lassen, da kommt nämlich auch was interessantes heraus!
Es ist ein wenig schade, dass man die neuen Charakter zuerst näher gebracht bekommt, andererseits natürlich verständlich, aber so fehlt ein wenig das "Willkommen zurück in der Geschichte"-Gefühl. Die alten Bekannten kommen etwas zu kurz, gerade Connor meiner Meinung nach. Er wird ein wenig von seiner Aufgabe auf dem "Friedhof" verschluckt.
Was mir zum Schluss sehr gut gefallen hat, war, dass die einzelnen Kapitel jeweils sehr kurz gehalten waren. Das hat das Spannungslevel sehr gesteigert.

~*~

Fazit:
Kleine Schwächen hat der Folgeband, aber es sind eben nur kleine Schwächen, die mir das Interesse daran, wie die Geschichte ausgeht, nicht nehmen können.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Buchkritik: Elfenkuss

Quelle
Elfenkuss
Aprilynne Pike
Original: Englisch (Wings)
352 Seiten

"Durchscheinend blau und weiß sind sie und erschreckend schön, die flügelartigen Blütenblätter, die der 15-jährigen Laurel eines Morgens aus dem Rücken wachsen. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund David versucht sie, herauszufinden, was mit ihr geschieht. Doch erst als sie in dem verwunschenen Wald hinter ihrem Elternhaus auf den faszinierenden Tamani trifft, erfährt sie die unglaubliche Wahrheit: Laurel ist eine Elfe, die als kleines Kind zu den Menschen gesandt wurde, um das Tor nach Avalon zu beschützen. Sie weiß, am Ende wird sie sich entscheiden müssen: zwischen ihrem Leben als College-Mädchen und ihrer Bestimmung, vor allem aber zwischen dem attraktiven David und dem Frühlingselfen Tamani, dessen grüne Augen sie nicht mehr loslassen …"

~*~

Elfenkuss hat mich durch das hübsche Cover gelockt und konnte dann leider nur mit der Idee, dass Elfen (Feen in der Originalfassung..) Pflanzen sind begeistern. Ansonsten blieb nicht viel..

~*~

Abgesehen von ihrer bodenlosen Perfektion und ihrem Tick dauernd Sprite zu trinken, hat die Protagonistin Laurel nichts zu bieten. Keinerlei zeichnende Charakterzüge. Und das trifft beklagenswerterweise auch auf die üblichen Protagonisten zu. David war mir zum Anfang sehr unsympathisch, durch seine arg aufdringliche Art, die ich gar nicht als nett, freundlich oder auf sonstige Weise einladend fand. Gleiches gilt für Tamani. Der Rest der Charaktere, Freundin, Eltern, Bösewichte, andere Elfen, sind sehr farblos gestaltet.

~*~

Die Story zieht sich wahnsinnig in die Länge. Am Anfang kommt man nicht umhin an Twilight denken zu müssen.. Eine Außenseiterin an einer neuen Schule, trifft im Biologieunterricht einen netten Typ... und außerdem gibt es noch einen Kerl, der irgendwie auch ganz nett ist... kommt bekannt vor, mhm? Jedenfalls begleitet man Laurel erstmal das halbe Buch dabei, dass sie in Panik ist, wegen (dem Entstehen) der Blüte auf ihrem Rücken. Das Ende mag ich natürlich nicht vorweg nehmen, aber es war langweilig und kam mir sehr an den Haaren herbeigezogen vor.

~*~
Fazit:
Außen hui, innen pfui. Das beschreibt nicht nur Laurel, sondern auch das Buch. Enttäuscht zu werden obwohl man keine Erwartungen hat ist schon bitter. Die Folgebände, von denen es wohl noch drei geben soll, werde ich sicherlich nicht lesen. Schade!

Montag, 29. September 2014

Buchkritik: Das Lied von Eis und Feuer - Die Herren von Winterfell

Quelle
Das Lied von Eis und Feuer - Die Herren von Winterfell
George R. R. Martin
Original: Englisch (A Game of Thrones)
576 Seiten

"Die letzten Tage des Sommers sind gekommen.
 
Eddard Stark, der Lord von Winterfell, lebt mit seiner Familie im kalten Norden des Königreichs Westeros, und er weiß, dass der nächste Winter Jahrzehnte dauern wird. Als der engste Vertraute seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon stirbt, soll Eddard an dessen Stellen treten. Für die Zeit, die er am Königshof zubringen muss, überträgt Eddard die Herrschaft über Winterfell an seinen Erben Robb – während sich sein Bastardsohn Jon den Kriegern der Nachtwache anschließt. Doch Robert Baratheon ist nicht mehr der starke Herrscher, der er einst war, und um den Eisernen Thron scharen sich Intriganten und feige Meuchler. Eddard sieht sich plötzlich von mächtigen Feinden umzingelt und muss hilflos zusehen, wie seine vielköpfige Familie in alle Winde verstreut wird. Die Zukunft des gesamten Reiches Westeros steht auf dem Spiel…"

~*~

Um "Game of Thrones" kommt man im Moment ja kaum herum. Bisher würde ich sagen "zu recht!". Zwei Folgen der Serie habe ich gesehen, aber ansonsten bin ich noch nicht allzu tief in George R. R. Martins Welt eingetaucht, denn die Bücher dieser Übersetzung haben anscheinend den gewaltigen Haken gesplittet worden zu sein. So fragt man sich am Ende von "die Herren von Winterfell": "Wie, das war es schon?". Ja, anscheinend war es das. Auch die Eigennamen wurden nicht beibehalten, was natürlich schade ist, weil es viel vom Charakter des Buches nimmt. Dafür aber sind die Charaktere innerhalb des Buches wunderbar eigen, da kann auch die oft bemängelte Übersetzung nichts dran ändern. Das Buch lässt sich nämlich super lesen, bietet aber keine rhetorischen Highlights.
Viel mehr mag ich auch gar nicht sagen, da es mir schwer fällt die richtigen Worte für den Beginn einer Buchreihe zu finden, die soviel Zuspruch findet. Das einzige was ich denke ist, dass man sich sicherlich selbst einen Gefallen tut, wenn man die Reihe in der Originalfassung liest.

Donnerstag, 25. September 2014

Buchkritik: Im Fluss

Quelle
Im Fluss
Marlene Röder
Original: Deutsch
256 Seiten

"Die unnahbare Mia, die sich nach einem traumatischen Erlebnis völlig zurückgezogen hat, verliebt sich in den sinnlichen Alex. Sie fühlt sich auch zu seinem Bruder, dem verträumten Jan, hingezogen und zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Freundschaft. Doch die Brüder gehören Alina und sie ist nicht bereit, die beiden Mia zu überlassen. Plötzlich findet Mia tote Fische in ihrem Garten, dann in ihrem Zimmer. Was als harmloser Scherz beginnt, wird bald tödlicher Ernst ..."

~*~

Mit "Im Fluss" wollte ich eigentlich die Wasser-Aufgabe für den Juli abdecken, hab mich dann aber nie hingesetzt um die Review zu schreiben. Dass ich das Buch gelesen habe, ist also schon etwas länger her, aber ich gebe mir trotzdem Mühe mich gut dran zu erinnern um ein faires Urteil festzuhalten.

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"Im Fluss" wird abwechselnd aus der Sicht der drei Protagonisten erzählt. Während die Kapitel aus Sicht von Mia und Alex sich wenig unterscheiden, hat die Autorin für Jan, den Sonderling, ihren Stil geändert. Ich weiß nicht, ob es mich zum Anfang einfach nur überrascht hat und ob ich mich dann daran gewöhnt habe, aber ich hatte den Eindruck, dass dieser Unterschied zum Ende hin weniger stark wird. Leider muss ich auch sagen, dass mir dieser Stilwechsel zwar gefallen hat, aber doch ein wenig klischeebehaftet war, wie die Autorin versucht hat Jans Charakter darzustellen.
Das Buch ist außerdem in vier Teile aufgeteilt: Jahreszeiten, beginnend mit dem Frühling.
Zusätzlich ist die Story von Textpassagen durchzogen, auf die man sich zu Beginn keinen Reim machen kann. Gegen Ende hin wird klar, was es damit auf sich hat.

~*~

 Die Story beginnt recht typisch, die Charaktere sind auch leider alle recht klischeehaft, dafür aber baut sich die Spannung wunderbar auf und man möchte wissen, wie es weitergeht. Leider klärt sich die ganze Story dann auch wieder viel zu leicht und offensichtlich. Mir war recht klar, was passieren würde, aber da das Buch nur wenige Seiten hat und sich gut liest, kann man das Ende auch noch ohne Probleme mitnehmen, wenn man schonmal dabei ist.

~*~

Fazit:
Ganz klar, das Bucht hat Schwächen. Und zwar mehrere. Aber wenn ich mich recht entsinne war dies der Debüt-Roman der Autorin und trotz der Schwächen ist es kein schlechtes Buch. Ich habe es gerne gelesen und war halt ein wenig enttäuscht vom Ende, aber sowas kann immer passieren. Trotzdem würde ich es weiterempfehlen, aber eher jüngeren Lesern. Ich denke dann kann die Spannung über die Schwächen hinwegtragen.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Buchkritik: Vollendet

Quelle
Vollendet
Neal Shusterman
Original: Englisch (UnWind)
432 Seiten


"Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren umwandeln lassen können. Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter.
Aber wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem ... lebst du dann, oder bist du tot?"

~*~

Mit Vollendet decke ich zumindest die Hauptaufgabe im Juni ab. Es ist meine erste Dystopie.

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Die einfache Art von "Vollendet" war Teil der negativen Kritiken. Ich sehe darin keinen Nachteil, schließlich handelt es sich um ein Jugendbuch und einfache Sätze sowie Umgangssprache sind unter solchen Umständen kaum unangebracht. Ich habe das Buch innerhalb zwei Tagen durchgelesen und kaum aus der Hand legen können, was auf jeden Fall der leichten Sprache mitverschuldet ist.

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Die Kapitel sind jeweils kurz gehalten und aus der Sicht der drei Protagonisten geschrieben, wobei sich der Schreibstil den Protagonisten leider nicht anpasst. Man merkt den  Unterschied also lediglich in den Gedanken und der Handlung, nicht in der Schreibweise. Man erhält auf diese Weise einen guten Einblick in die Gedanken aller drei Hauptprotagonisten. Zwischendurch kann man aber auch Passagen aus der Sicht anderer lesen, beispielsweise aus der einer "storchenden" Mutter.

~*~

Der Gedanke hinter dem Buch ist ziemlich abstrus und es ist unvorstellbar für mich unter welchen Umständen ein Krieg zwischen Gegnern und Befürwortern der Abtreibung entfachen kann. Noch unglaublicher ist es für mich, dass als Kompromiss zwischen diesen Parteien die "Umwandlung" entspringt. Wenn das Recht zu Leben so unantastbar und wichtig ist, wie kommt man dann auf den Gedanken, dass es okay ist jemandem vom 13. bis zum 18. Lebensjahr zu zerpflücken?!

~*~

Umstrittenster Punkt was "Vollendet" angeht ist wohl gen Ende. (Spoiler, Achtung! :o ) Man darf einer dieser "Umwandlungen" beiwohnen und liest, wie der Körper bei vollem Bewusstsein, bis auf die einzelnen Hirnpartien, auseinandergenommen wird. Der Gedanke allein ist ziemlich makaber, ich fand die Textstelle jedoch vor allem sehr traurig. Für das entsprechende Publikum (ab 14) ist es vielleicht aber schon etwas kritisch.

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Fazit:
Ich würde "Vollendet" schon weiterempfehlen. Nach dem "Anwalt" habe ich durch dieses unkomplizierte Buch auf jeden Fall wieder Lesehunger bekommen. Die Umstände der Story sind aber schon etwas an den Haaren herbeigezogen, davon abgesehen hat's mir aber supergut gefallen. Das Buch ist Teil einer Reihe, aber in sich abgeschlossen und lässt eigentlich keine Fragen offen wie es weitergehen könnte.

Dienstag, 1. Juli 2014

Buchkritik: Der Anwalt

Quelle
Der Anwalt
John Grisham
Original: Englisch
448 Seiten

"Denn sie wissen, was sie tun
Kyle McAvoy steht eine glänzende Karriere als Jurist bevor. Bis ihn die Vergangenheit einholt. Eine Frau behauptet, Jahre zuvor auf einer Party in Kyles Wohnung vergewaltigt worden zu sein. Kyle weiß, dass diese Anklage seine Zukunft zerstören kann. Und er trifft eine Entscheidung, für die er mit allem brechen muss, was bisher sein Leben bestimmt hat. Der neue Grisham – ein Thriller um Macht, Korruption und eine Welt, der jegliche Moral abhandengekommen ist."

~*~

Wenn das nicht spannend klingt... Ursprünglich sollte das das Buch für die Mai-Hauptaufgabe werden, aber es wurde nichts und jetzt mag ich wenigstens die Punkte der Zusatzaufgabe abstauben ;)

~*~

Grishams Stil ist tadellos. Das Buch hat sich wie von selbst lesen lassen, es gab keinerlei Aufhänger oder dergleichen.
 
~*~

Dem makellosen Stil Grishams ist es gedankt, dass man so flüssig durch dieses Buch kommt. Der Anfang ist noch vielversprechend, aber noch bis zur Mitte des Buchs hatte ich noch das Gefühl in der Einleitung zu stecken. Ich hab gewartet und gewartet. Es passierte aber nie etwas und ehe man sich's versah war das Buch auch schon zu Ende. Einfach so. (Achtung, Spoiler. [Aber wen bockt's wenn ich das Buch eh nicht empfehlen werde]) Am Ende sind die Erpresser einfach verschwunden, ob Kyle in Gefahr schwebt bleibt offen, ...
Die Charaktere haben keinerlei Tiefe sondern sind flunderplatt. Beispiele: Dale steht auf Designer-Mode. Einer der Freunde von Kyle, dessen Name ich nicht mal mehr weiß, wird vom Saulus zum Paulus.. Und das war es schon an Charakterzügen, mehr als solche Dinge gibt es über die Protagonisten nicht zu sagen.
~*~

Fazit:
Ich bin wirklich baff, dass ich dieses Buch, dafür, dass nichts passiert, problemlos durchlesen konnte. Grishams Schreibstil ist also wirklich toll! Aber das reicht nicht aus für ein gutes Buch. Für hartgesottenne Fans mag "Der Anwalt" etwas sein, für mich war's aber nichts.

Samstag, 31. Mai 2014

Buchkritik: Der faule Henker

"Seien Sie gegrüßt, verehrtes Publikum. Herzlich willkommen.
Willkommen zu unserer Show.
Es erwartet Sie ein ganz besonderer Nervenkitzel, denn unsere Illusionisten, Zauberer und Taschenspieler werden sich zwei Tage lang nach Kräften bemühen, Ihnen Vergnügen zu bereiten und Sie in ihren Bann zu schlagen."


Quelle
Der faule Henker
Jeffery Deaver
Original: Englisch
480 Seiten

"Qualvoll stirbt ein junges Mädchen in einer New Yorker
Musikschule. Der Mörder flieht in einem fensterlosen Hörsaal.
Als die Polizei den Raum stürmt - ist er leer.
Lincoln Rhyme, der geniale gelähmte Kriminalist, und seine
Partnerin Amelia Sachs ermitteln in ihrem fünften - und
schwierigsten - Fall: auf den Spuren eines Mörders, dessen Metier
das Unmögliche ist ..."

~*~

>>Der weltweit beste Autor psychologischer Thriller<< The Times - So steht es auf der Rückseite des Buches, welches ich in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden habe und mir gerade recht kam für die Zusatzaufgabe der Mai-Aufgaben.

Es ist ein Entfesslungstrick, "der faule Henker", der uns direkt zu Beginn vom Mörder selbst erklärt wird. Nur dass dieser seinem Opfer natürlich nicht die Möglichkeit gibt, sich zu befreien. Die Polizei ist sofort zur Stelle, doch der Mörder verschwindet einfach aus einem Raum ohne Fluchtmöglichkeiten, was die Protagonisten und uns vor einem Rätsel stehen lässt.. womit sich vor uns eine Story voller Täuschungen und Tricks entrollt.

~*~

Der Schreibstil von Jeffery Deaver gefiel mir sehr. Die Sätze sind alle flüssig zu lesen, ich kann mich an keine Stelle erinnern, an der ich hängen geblieben bin, weil ich etwas nicht verstanden hatte. Die ganzen wissenschaftlichen Erklärungen schienen mir logisch zu sein. Nur jeweils am Anfang und am Ende des Buches hatte ich das Gefühl er verstrickt sich in unnötigen Ausführungen über irgendwelche Belanglosigkeiten.

>>Ist nicht fast unser ganzes Leben eine einzige Illusion?<<, fuhr sie fort.
>>Wie das?<<
>>Tja, alles Vergangene ist Erinnerung, nicht wahr?<<
>>Stimmt.<<
>>Und alles Zukünftige ist Vorstellung. Beides sind Illusionen - unser Gedächtnis ist unzuverlässig, und was die Zukunft anbelangt, so spekulieren wir nur. Vollkommen real ist einzig und allein der jeweils gegenwärtige Moment - der der verwandelt sich ständig von einer Vorstellung in eine Erinnerung. Sehen Sie? Der Großteil unseres Lebens ist eine Illusion.<<
Seite 198

~*~

Ich bin eigentlich kein Thriller-Mensch, umso überraschter war ich festzustellen, dass es mir Spaß machte dieses Buch zu lesen. Zu Beginn der Story fühlte ich mich etwas orientierungslos, aufgrund der Perspektivwechsel, der vielen genannten Namen und weil mir nicht recht klar war, wer nun die Protagonisten sind, aber das legte sich schnell.
Die Kombination aus den Zauberkünsten des Täters und dem analytischen Denken Lincoln Rhymes gefiel mir gut. Noch dazu war das Buch zwar spannend, hat mich aber nicht so unter Stress gesetzt und auch die Morde waren nicht bis ins kleinste blutige Detail geschildert, sowas kann ich ja gar nicht haben. Was ich dann aber schade fand ist, dass es aufgrund der Wendungen in der Story, keine weiteren Morde gab. Ich hoffe es ist nicht komisch sowas von sich zu geben...
Allerdings, und da muss ich den negativen Rezensionen recht geben: irgendwann zwischendrin kommt der Punkt (erwähnte "Wendungen"), an dem sich alles zu sehr verstrickt und das ganze hin und her wirkt am Ende wenig authentisch.
Das Ende finde ich dann auch etwas zu viel des Guten. Ein Happy End ist ja schön und gut.. aber gleich ein doppeltes?

~*~

Fazit:
Ich bin überrascht, dass mir dieses Genre doch so gefallen kann und werde wahrscheinlich noch andere Bücher von Jeffery Deaver lesen. Ich hab gehört ein Buch der Reihe soll verfilmt worden sein? Den Film würde ich mir gerne anschauen! Das Buch hat Schwachstellen und ich weiß nicht, inwiefern es besser oder schlechter als andere Deaver-Bücher ist, aber ich finde es lohnenswert.

"[...] und um erneut an die Arbeit zu gehen. Es galt ein paar knifflige Geheimnisse zu enträtseln: zwei ermordete Diplomaten, unbekannte Pflanzenpartikel, merkwürdige Abdrücke in schlammigem Boden und zwei fehlende rechte Schuhe."

Sonntag, 4. Mai 2014

Buchkritik: Libri Mortis - Schlaflose Stimmen

"Der Wecker machte klick, und bevor das nervtötende Bi-bi-bi-biep wie vier akustische Nadelstiche ertönte, hatte Rosalie die Augen aufgeschlagen. Punkt sieben Uhr morgens, das war die Zeit, zu der sie immer erwachte. Rosalie schlug blind auf die Schlummertaste. Sie zog die Decke über den Kopf und wollte sich auf die andere Seite drehen, als ein heftiges Stechen von der Hüfte hinauf in ihren Rücken schoss."

Quelle
Libri Mortis - Schlaflose Stimmen
Peter Schwindt
Original: Deutsch
400 Seiten


"Rosalies Fuß war in eine Spalte gerutscht. Das
Wasser stieg weiter - es stand ihr jetzt schon bis
zur Brust. Panik ließ ihr Herz immer schneller
rasen. Wenn sie sich nicht bald befreien konnte,

würde sie hier unten ertrinken! Sie warf den
Rucksack fort und tauchte unter, um den Fuß
beim Knöchel zu packen. Sie zog so kräftig sie
konnte, dann ging ihr die Luft aus. Gurgelnd
tauchte sie wieder auf. Vor ihr im Wasser
schwamm die Taschenlampe, flackerte noch ein-
mal, um dann zu verlöschen. Dunkelheit senkte sich wie ein Leichentuch auf sie.

Ein spannender Roman für Jugendliche! Man folgt der Heldin gebannt unter die Straßen von Paris und fiebert mit ihr, die Geheimnisse um die mysteriösen Erscheinungen zu lösen."


~*~

"Schlaflose Stimmen" erfüllt die April-Aufgabe, ein Buch einer Fortsetzungsreihe zu lesen. Zwar gebe ich mir Mühe die Kritik spoilerlos zu gestalten, aber sicher ist sicher: wer Band 1 der "Libri Mortis"-Reihe "Flüsternde Schatten" noch nicht gelesen hat, dies aber tun will, sollte besser nicht weiterlesen! ;)

~*~

Bi-bi-bi-biep. Das hatten wir ja schon beim ersten Band und ich fühle mich direkt wieder willkommen geheißen in der Pariser Unterwelt. Nur liegt Rosalie diesmal nach einem schweren Unfall in einem Klinik-Bett. Die Halluzinationen (oder waren es welche?) die Rosalie plagten, treten während ihres Reha-Aufenthalts nicht auf, beginnen allerdings kurz nach ihrer Entlassung wieder. Rosalie ist jedoch bereit sich therapieren zu lassen. Als ihr Freund Ambrose verschwindet, sieht sie sich gezwungen wieder in die Unterwelt von Paris hinabzusteigen.
Auch wenn Rosalie mit einer Wesensveränderung zu kämpfen hat ist sie immernoch diesselbe, was gut und schlecht gleichzeitig ist. Sie handelt in meinen Augen immernoch unvernünftig, aber wenigstens redet sie mit einem Psychologen.

~*~

Auch der Erzählstil ist nach wie vor der gleiche. Die Geschichte entwickelt sich etwas träge, aber wird dabei wunderschön ausgebildert, dass das Lesen wie von selbst geht.
Ich muss auch sagen, dass sich Rosalies Stimmung auf mich übertragen hat. Es ist nicht schön sich nach und nach eingestehen zu müssen, dass man ein Problem hat. Großer Pluspunkt, mich das so nachempfinden zu lassen!
 
~*~

Fazit:
Die Kritik fällt wohl etwas kürzer aus, denn ich habe schon zum ersten Buch alles wichtige gesagt. Was soll ich noch sagen? Ich finde auch diesen Band sehr lohnenswert! Bin schon gespannt auf den letzten Teil, weil auch hier natürlich wieder einiges an Fragen offen geblieben ist.

"Vom weiten Meer.
Und vom offenen blauen Himmel."

Buchkritik: Reise um die Erde in 80 Tagen

"Im Jahre 1872 wurde das Haus Nr. 7 in der Saville Row von Phileas Fogg Esquire bewohnt, einem der sonderbarsten und bekanntesten Mitglieder des Londoner Reformklubs. Er war ein Mensch, der es als seine besondere Aufgabe zu betrachten schien, nichts zu unternehmen, was die Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen wachrufen konnte; er war eine rätselhafte Persönlichkeit, von der niemand mehr wußte, als daß er ein sehr ritterlicher Mann sei und zu den schönsten Kavalieren der vornehmen Gesellschaft von England gehöre."


Reise um die Erde in 80 Tagen
Jules Verne
Original: Französisch (Le Tour du monde en quatre-vingts jours)
207 Seiten


~*~

Soweit ich weiß, habe ich noch kein einziges Science-Fiction-Werk gelesen. Nachdem ich mich erst ein wenig hilflos fühlte angesichts der April-Hauptaufgabe war mir doch recht schnell klar, dass dies der Zeitpunkt für einen Klassiker von Jules Verne ist, der als Begründer der Science Fiction gilt. Ursprünglich sollte es "20.000 Meilen unter dem Meer" werden, aber meine Ausgabe kann nur mit 161 Seiten aufwarten. Ich musste also auf "Reise um die Erde in 80 Tagen" ausweichen.
Meine Ausgabe ist ein wenig retro. Ich habe sie online nicht finden können. Vorne steht drinnen "Printed in West Germany", sehr charmant.

~*~

Die Geschichte dürfte bekannt sein: Phileas Fogg, ein merkwürdiger Zeitgenosse, wettet innerhalb von 80 Tagen um die Welt reisen zu können. Unterwegs erlebt er mit seinem Diener so einiges, denn ihm stellt auch ein Detektiv nach, der im Verdacht hat Fogg sei ein Dieb.

~*~

Es hat mir sehr viel Freude bereitet dieses Buch zu lesen, da es natürlich aufgrund des damaligen Zeitgeistes vollkommen anders ist als heutige Bücher. Nun ist es aufgrund des ungewohnten Stils auf der einen Seite anstrengender, auf der anderen Seite erfrischend zu lesen.
Es gibt sicher an die Moderne angepasste Übersetzungen und auch Kinderfassungen, aber mir war diese Fassung sehr lieb. Ich habe nun das Bedürfnis mit wohlgewählten Worten um mich zu schmeißen und bedauere es ein wenig, nicht der französischen Sprache mächtig zu sein um die Bücher im Original lesen zu können.

~*~

Fazit:
Ein Klassiker? Mit recht! Mir bleiben nicht viele Worte, weil ich mich nicht wirklich in der Lage sehe Jules Verne zu beurteilen, aber er schreibt sehr kurzweilig und "Reise um die Erde in 80 Tagen" wird nicht mein letztgelesenes Werk von ihm bleiben.

"Nichts, wird man sagen. Nun ja, nichts! Abgesehen von einer reizenden Frau, die ihm, so unwahrscheinlich es sich auch anhören mag, zum glücklichsten Menschen gemacht hat."

Samstag, 3. Mai 2014

Buchkritik: Der eiserne König - ein Abenteuer

"Im Morgengrauen kreiste ein Bussard über Flutwidde, dem fruchtbarsten Landstrich Pinafors. Tief unten schlängelte sich die Usse durch Getreidefelder. Dörfer lagen zwischen sanften Hügeln, und auf den Weiden graste Vieh. Nach einer Weile erspähte der Bussard seine Beute: eine Maus, die auf einem Feldweg an einer Kornähre knabberte. Der Greifvogel zog die Kreise enger."

Quelle
Der eiserne König - ein Abenteuer
John Henry Eagle
Original: Deutsch
656 Seiten


"Ein phantastisches Abenteuer: Mit schlauem Mut und listigem Witz machen sich acht märchenhafte Helden auf den gefährlichen Weg gegen die dämonischen Mächte des Eisernen Königs.

>>Wenn sich der Mond am Tag der Ruhelosen Seelen rundet, wird der Eisener König von den Toten auferstehen. Dann wird die Säule unserer Welt zu Staub zerfallen, und alles, was grünt, wird verdorren, und alles, was aufrecht geht, wird sich beugen, und der Eiserne König wird für immer über Pinafor herrschen. Und nur derjenige wird ihn überwinden, welcher die Kraft achtet, die allem Lebendigen innewohnt; und nur derjenige wird ihn niederringen, welcher um die Macht der fünf Finger weiß. So steht es geschrieben und so wird es sein.<<"


~*~

Es gibt, glaube ich, kein schöneres Cover um die April-Nebenaufgabe der Einmal-durchs-Regal-Challenge zu erfüllen. Der diesig-grau-blaue unwetterverheißende Himmel ist genau das, was ich an dieser Jahreszeit am meisten liebe. Ich habe mich richtig gefreut dieses Buch zu lesen.

~*~

Ganz ehrlich, "Der Eiserne König" hat mich ein bisschen fertig gemacht. Woran genau es liegt kann ich nicht sagen, aber die Sätze sind mir nicht ganz rund. Es gibt Bücher, die lesen sich so flüssig, fast schon wie von selbst, dieses gehört da leider nicht zu. Ich musste mich immer wieder durchringen, mit dem Lesen überhaupt anzufangen, aber wenn ich das geschafft hatte, ging es durchaus, auch wenn es anstrengend war.
Was zu dieser ermüdenden Art beiträgt, sind wohl die vielen Charaktere. Auf dem Buchrücken steht etwas von acht, scheinbar zählen die beiden Tiere nicht, die in meinen Augen mehr Tiefe haben, als andere der Gefährten, von denen man keinen so wirklich kennenlernen darf.
Das Buch ist an unpassenden Stellen ausschweifend lang und an anderen Stellen fehlt nötige Tiefe.

~*~

Fazit:
Es wäre definitiv mehr Potential für ein wirklich gutes Buch vorhanden gewesen! Ich will nicht sagen, dass es ein schlechtes Buch ist, und dass sich das Lesen gar nicht lohnt, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und die Story ist ja eigentlich auch ganz kuhl, aber ich empfehle lieber ein ausgiebiges Probelesen - es soll sich jeder selbst sein Bild machen. Zwar bin ich enttäuscht, aber das Cover ist nach wie vor eine Augenweide!


"Wovon ich träume, wollt ihr wissen?
Natürlich vom Kampf und Abenteuer."

Mittwoch, 23. April 2014

Buchkritik: Libri Mortis - Flüsternde Schatten

"Der Wecker machte Klick, und bevor das nervtötende Bi-bi-bi-biep wie vier akustische Nadelstiche ertönte, war Rosalie bereits wach. Nun, zumindest ihr Geist wurde durch dieses leise mechanische Geräusch in die Realität dieses ganz und gar unerfreulichen Morgens gerissen. Der Körper hingegen brauchte stets noch eine halbe Stunde, bis er widerwillig die Tatsache akzeptierte, dass er wieder einmal aus dem Paradies vertrieben worden war."

Quelle
Libri Mortis - Flüsternde Schatten
Peter Schwindt
Original: Deutsch
400 Seiten


"Rosalie rannte. Durch den Tümpel, durch die
Dunkelheit, durch die Nacht, gehetzt von
namenlosem Schrecken, der in ihren Gedanken
eine schwarze formlose Gestalt annahm.
Ihr Keuchen wurde zu einem Wimmern.
An jeder Kreuzung musste sie innehalten und
hektisch einen Blick auf die Karte werfen.
Schnell, schnell.
Etwas streckte die Hand nach Rosalie aus.
Sie wusste nicht, was es war. War es ein Teil
von ihr oder ein Teil dieser Unterwelt? Oder
gab es diesen Unterschied gar nicht?


Peter Schwindt entführt den Leser im ersten Band seiner Trilogie in eine geheimnisvolle Welt unter den Straßen von Paris - eine raffinierte Geschichte, die einen nicht wieder loslässt!"

~*~

Wir begegnen Rosalie Claireveaux am Morgen ihres 16. Geburtstags. Sie ist ein Mädchen, welches selbst nicht so recht weiss, wie es im Leben steht und mit den üblichen Teenagerproblemen zu kämpfen hat. Eine Sache unterscheidet sie zwar schon von den üblichen Jugendlichen, man erfährt diese auch sehr früh, aber ich will diesen Punkt nicht vorweggreifen. Zu dieser Sache gesellt sich nun an ihrem Geburtstag der Umstand, dass Rosalie beginnt Menschen zu sehen, die sonst keiner sieht, und Stimmen zu hören, die sonst niemand hört. Wer würde da nicht beginnen an sich und der Realität zu zweifeln?!
Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam, fast könnte man sagen langweilig. Allerdings ist es einem durch diesen Umstand vergönnt eine engere Beziehung zu Rosalie als Protagonistin aufzubauen, womit man ein besseres Verständnis für ihre Handlungen entwickelt.
Ich mag Rosalie's Art wirklich gerne. Sie ist unzufrieden, somit ein wenig rebellisch und frech. Außerdem ist sie mutig waghalsig, was ich nicht verstehen kann, aber ohne diesen Charakterzug gäb's wohl keine Geschichte! :D

~*~

Wie schon bemerkt, entrollt sich die Story sehr zäh. Dafür aber bleibt viel Raum für ausführliche Beschreibungen, etwas, was ich sehr gerne mag. Die Sprache ist wunderschön bildhaft und die Konversationen wirken kein Stück weit künstlich, sondern sehr natürlich.
Dem schleppendem Anfang zum Trotz entwickelt sich Spannung, welche zum Ende hin ihren Höhepunkt erreicht. Ich konnte das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen und habe bis 6 in der Frühe gelesen. Die Sache ist nun: es sind zum Schluss nicht alle Rätsel gelöst, womit diese Spannung teilweise bestehen bleibt, denn man fragt sich, wie es nun weitergeht. Ich finde zwar, dass es ein bisschen zuviel ist, was da alles offen bleibt, aber ich will weiterlesen!

~*~

Fazit:
Man merkt es, oder? Ich finde das Buch wirklich gut und habe es auch schon weiterempfohlen. Es hat mir viel Freude bereitet das Buch zu lesen. Wie auch Rosalie sind die restlicheren Charaktere gut gestaltet und nicht bloß Namen mit keinerlei Persönlichkeit dahinter.
Ich denke und hoffe, dass das nächste Buch ein wenig ereignisreicher gestaltet ist. Ich lese es bald und ergänze den Link zur Kritik dann >hier<.

"Rosalie fiel in einen tiefen Schlaf.
Und träumte von grünen Augen."

Montag, 31. März 2014

Buchkritik: Blutrote Lilien

"Angewidert rümpfte Manon die Nase.
>>Ich kann nicht glauben, dass es hier so stinkt!<<, sagte sie mit einem Gesicht, als hätte sie Zwiebeln geschnitten, und hastig hielt sie sich ein Tuch vors Gesicht."



Quelle
Blutrote Lilien
Kathleen Weise
Original: Deutsch
336 Seiten


"Diese Lilien töten leise
Sie berauschen mit ihrem Duft
Sie schmeicheln mit ihrer Schönheit
Und warten auf einen unachtsamen Moment
Dann senden sie ihre giftigen Grüße ...

Ein historischer Roman voller Liebe
und gefährlicher Intrigen
am Pariser Königshof"


~*~

"Blutrote Lilien" war meine Wahl für die Nebenaufgabe des frühlingshaften Covers. Eigentlich hatte ich ein anderes ausgesucht, aber das war nicht mehr da, als ich es ausleihen wollte. Das Cover ist nicht gerade typisch für den Frühling, aber es sind Vögel, Herzen und Äste mit Blättern drauf und ich musste daran denken, dass viele Vögel aus den warmen Ländern zurückkehren, die ersten Frühlingsgefühle und Pflänzchen aufkeimen. Farblich hat es auch eher was von Vintage-Frühling, aber mir fiel es zwischen den anderen Büchern einfach auf.
Total süß finde ich es auch, dass zu jedem Kapitelanfang ein Vögelchen die Seite ziert und neben den Seitenzahlen sind auch je ein paar Blätter zu finden.
Ganz zum Anfang des Buches findet sich außerdem ein eingeklebter Umschlag, in dem ein Brief zu finden ist.. unnötiger Schnickschnack, ja, aber süß! ^.^

~*~

Charlotte ist die 15-jährige Hauptfigur dieser Geschichte, welche sich auch an diese Altersgruppe richtet. Mir als Leserin ist Charlotte sympathisch, denn sie ist ein kluges Mädchen. Teilweise verstehe ich ihr Verhalten und ihre Gedanken nicht, aber sie ist 15.. mit 15 habe ich mich selbst wahrscheinlich auch nicht verstanden, daher passt das wieder. :)
Es ist für sie das erste Mal den Pariser Hof zu besuchen, weswegen sie ganz aufgeregt ist. Als sie jedoch zum Thema der Gespräche am Hof wird, merkt sie, dass sie sich in der Gesellschaft dieser Leute unwohl fühlt. Außerdem ist da noch der merkwürdige Prinz, bei dem sie nicht so recht weiss, woran sie ist..

~*~

Der Schreibstil ist sehr einfach, allerdings richtet sich das Buch auch an ein jüngeres Publikum. Und mich stört das auch überhaupt nicht, das Buch ist deswegen ganz schnell zu lesen.
Wirklich passieren tut aber nichts, was ich ein wenig schade finde. Denn man liest und wartet und dann ist das Buch auch schon vorbei und man stellt sich die Frage, wie es denn nun weitergeht. Ich weiss gar nicht, ob es einen zweiten Teil gibt. Anbieten würde es sich jedenfalls

~*~

Fazit:
Als Einführung in das Genre des historischen Romans ist dieses Buch für junge Mädchen sicher nicht schlecht. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und ihre Wortwahl emfpinde ich als sehr treffend. Die Aufmachung des Buches sollte den Geschmack der angstrebten Zielgruppe ganz sicher treffen. Falls es aber keinen Folgeroman geben sollte ist das abrupte Ende auf jeden Fall ein Minuspunkt.


"Und ich war endlich angekommen."

Samstag, 29. März 2014

Buchkritik: Die Wanderhure

"Marie schlüpfte schuldbewusst in die Küche zurück und versuchte, unauffällig wieder an ihre Arbeit zu gehen."


Die Wanderhure
Iny Lorentz
Original: Deutsch
607 Seiten


"Ein historischer Roman um eine junge Frau, die um ihr Leben kämpfen muss - so bunt, so aufregend und so prall wie das Mittelalter selbst!

Marie ist eine brave Bürgerstochter aus Konstanz. Als ein junger Graf um sie freit, ist ihr Vater überglücklich. Doch eine böse Intrige zerstört alle Hoffnung und Maries Zukunft. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf..."

~*~

Die ganze Story dreht sich um Marie, deren Leben zerbricht, nachdem sie das Opfer einer Intrige wird. Sie wird verleumdet, vergewaltigt, der Hurerei angeklagt, vom Gericht für schuldig befunden und der Stadt verwiesen. An dieser Stelle finde ich den Klappentext nicht ganz so passend, denn Marie gibt nicht "nicht auf", sondern beißt sich einfach nur fest an dem Gedanken Rache an ihren Peinigern zu üben. Und nicht nur ihre Freundin Hiltrud findet das mit der Zeit übertrieben, sondern auch ich. ;) Das Festhalten an solchen negativen Gefühlen ist so unnötig verbittert.
Was ich auch nicht verstehe ist, wieso Marie sich gegenüber Michel so zickig verhält. Wirklich.. Ich verstehe ihre Wut, (teilweise) ihr Bedürfnis nach Rache und auch das Gefühl lieber sterben zu wollen als all das ertragen zu müssen.. aber wieso sie so rumzickt verstehe ich überhaupt nicht! :(

~*~

Kleinere Schwierigkeiten hatte ich mit dem Schreibstil. Meistens werden Marie's Gefühle beschrieben, schließlich ist sie die Protagonistin. Manchmal jedoch erhält man auch kleinere Einblicke in die Gedanken anderer Charaktere und nicht immer war (mir zumindest) der Wechsel klar.
Was mir außerdem gefehlt hat, war eine "historischere" Sprache. Ich lese gerade einen historischen Jugendroman, da finde ich die Sprache, obgleich die Sätze einfach und klar sind, um einiges passender gewählt.
Und ich habe ausführlichere Beschreibungen der Umgebung vermisst. Die meiste Zeit über schwebte ich beim Lesen in einer Art Nichts, weil ich mir keine Vorstellung von Zelten, Räumen, Häusern machen konnte.
Von diesen kleinen Mängeln abgesehen war der Lesefluss durch meist eher kurze Sätze ganz gut.

~*~

Fazit:
Meine liebste Stelle ist die, als Marie und Hiltrud im Schwarzwald sind. Ich konnte mir richtig vorstellen wie um sie herum alles tiefgrün, nasskühl und moosig ist - wirklich schön. Und vollkommen ohne andere Menschen.. denn ich bin niemand, der Storys vollgepackt mit Intrigen und zwischenmenschliche Beziehungen sonderlich spannend findet. Es war mir nicht unangenehm das Buch zu lesen, aber ich habe absolut kein Interesse daran zu erfahren, was jetzt noch an Drama passiert.
Es tut mir ein bisschen leid, dass meine Kritik so harsch ausfällt und ich finde es schade, dass ich nicht allzu viel Gutes sagen kann, denn das Buch war jetzt nicht gerade schlecht.. aber hat mich halt auch nicht umgehauen. :(

~*~

Quelle
links Marie - rechts Hiltrud

Das Buch wurde auch verfilmt und ich hab mir das ganze angetan. Ja, leider muss ich sagen, dass die Verfilmung von Sat1 und ORF mich nicht überzeugt haben. Sie haben die Geschichte ziemlich geändert (zB sind Marie und Michel ein Liebespaar, weswegen sie Ruppert zurückweist, welcher sich deswegen dann an ihr rächt... usw) und auch große Teile ausgelassen. Außerdem ist die schauspielerische Leistung unberauschend. Wenn Marie mir im Buch sympathisch war, ist sie es im Film kein bisschen. Im Film besteht Marie's Gerede von Rache nur aus leeren Phrasen. Im Buch hingegen kann man den Hass, der sich in ihr aufstaut nachvollziehen. Das finde ich sehr schade, denn aus der Verfilmung hätte man mehr rausholen können.

~*~
"Das war Marie dann doch etwas zu weit vorausgegriffen. Doch als sie über diese Worte nachdachte, hatten sie einen recht angenehmen Klang."

Freitag, 28. Februar 2014

Buchkritik: Wolfsrudel




Quelle
Wolfsrudel
Floortje Zwigtman
Original: Niederländisch (Wolfsroedel)
510 Seiten


"Irgendwann im 19. Jahrhundert in der Walachei: Angewidert vom ärmlichen Dorfleben schließt sich Ion dem „Wolfsrudel“ an: einer Bande jugendlicher Räuber, die auf einer verlassenen Klosterinsel Unterschlupf findet. In der Klosterkirche stoßen die Jungen auf ein altes Fürstengrab und plündern es. Es ist das Grab von Vlad Tepes, auch Dracula genannt. Über der Aufteilung der Beute kommt es zum Streit. Das Wolfsrudel teilt sich in zwei Banden, die sich von nun an bis aufs Messer bekämpfen. Zu der einen Bande, die von Lupu, dem brutalen „Wolf“, geführt wird, gesellt sich ein alter Einsiedler. Er wird ihr Ratgeber und manipuliert sie bald schon nach seinen Wünschen. Auch die Bande von Vulpe, dem schlauen „Fuchs“, hat einen solchen Ratgeber, einen alten Schäfer. Nach und nach erfahren wir, dass der Schäfer und der Einsiedler keine anderen sind als die Wiedergänger des blutrünstigen Vlad Tepes und seines gerissenen Bruders Radu, die schon im 15. Jahrhundert in den brutalen Auseinandersetzungen zwischen Ungarn und Türken auf dem Balkan Gegenspieler waren. Sie haben um die Seelen der Jungen gewettet. Ion ist entsetzt über den immer erbitterter geführten Kampf zwischen seinen alten Freunden. Er versucht, im Strudel der Gewalt nicht unterzugehen. Erschrocken spürt er auch in sich selbst die Lust am Bösen aufkeimen. Die einzige, die ihn vielleicht noch retten kann, ist die geheimnisvolle Mara ..."

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Ehrlich gesagt habe ich das Buch für die Februar-Hauptaufgabe nur ausgesucht, weil "Wolf" im Titel vorkommt. Aber es ist so ein gutes Buch!

Es beginnt damit, dass Ion Brebu als alter Mann seinem Sohn die Geschichte erzählt, die sich im Kloster Snagov abgespielt hat. Unterbrochen wird diese Geschichte durch die Erzählungen des Einsiedlers und des Schäfers, die oft über mehrere Seiten gehen, so dass man fast vergisst, dass man eigentlich eine andere Geschichte liest. Erzählception.. ^^ Außerdem bekommt man ein paar der Briefe zu lesen, die sich Schäfer und Einsiedler schreiben.

~*~

Das vorherrschende Gefühl des Buches dürfte Angst sein. Und diese wird sagenhaft gut rübergebracht.
Die Gewaltdarstellungen würde ich für ein Jugendbuch als grenzwertig einstufen. Eigentlich sind sie nicht so schlimm, aber zusammen mit der Hilflosigkeit, die man mit Ion mitempfindet, weil etwas vorgeht, was man nicht kontrollieren kann, haben sie bei mir ein leicht panisches Angstgefühl beim Lesen hinterlassen. (Aber ich bin ja auch überaus empfänglich für solche Schwingungen und Stimmungen ._.)
Aufgelockert wird diese Stimmung durch die fantastischen Elemente, die die Autorin einbringt. Der Gedanke, dass Übersinnliches seine Finger im Spiel hat und nicht alle Handlungen aus den Abgründen der menschlichen Seele allein entspringen, hat mich etwas beruhigt.

~*~

Ein besonderer Aspekt bei "Wolfsrudel" sind die historischen Fakten, die die Autorin in ihre Erzählung eingewoben hat. Sie geben dem ganzen trotz der fantastischen Elemente einen soliden Kern. Und ich schätze Geschichte war nie so spannend und unterhaltsam wie auf diese Weise.. ;) Zum Ende des Buches gibt es auch noch mal eine kleine Zusammenfassung um klarzustellen, was der Fantasie der Autorin entspringt und was historisch belegt ist.

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Fazit:
Ein gut geschriebenes Buch, welches sich mit einem düsteren Thema auseinandersetzt. Ich denke es ist deshalb eher für ältere Jugendliche geeignet.Was ich noch mal hervorheben möchte ist die Stimmung, die die Autorin einfach wunderbar nachfühlbar gemacht hat. Wenn ich Punkte vergeben würde, gäbe es hierfür einen Bonuspunkt! :D

Buchkritik: Mädchenfänger


"Der kleine stämmige Mann im weißen Anzug, mit dunkelrotem Hemd und Lacklederslippern, lief auf der Bühne hin und her, das Mikrophon in der Hand, und beugte sich immer wieder vor, um wahllos einige der verschwitzten Hände zu berühren, die sich ihm in der Unity Tree of Everlasting Evangelical Life-Kirche zu Hunderten entgegenstreckten."

Quelle
Mädchenfänger
Jilliane Hoffman
Original: Englisch (Pretty Little Things)
458 Seiten

"<<FYI. pink steht dir gut :)>>
Die dreizehnjährige Lainey kann es kaum fassen. Zach, der gutaussehende Sonnyboy aus dem Chatroom, steht offensichtlich auf sie. Und er will sie treffen. Als sie von der Schule nicht nach Hause kommt, nehmen alle an, dass Lainey weggelaufen ist. So wie ihre ältere Schwester Denise vor ein paar Jahren. Routinemäßig wird FBI-Agent Robert Dees in die Untersuchung miteinbezogen. Bobby ist Spezialist für verschwundene Kinder - nicht nur beruflich, sondern auch privat. Seine eigene Tochter Katy verschwand vor fast einem Jahr, und niemand hat seitdem wieder etwas von ihr gehört.
Lainey ist nicht weggelaufen, da ist sich Bobby sicher. Doch zunächst führen alle Spuren ins Nichts. Bis ihm ein schreckliches Gemälde zugespielt wird - es zeigt eine gefesselte junge Frau. Anhand des Gemäldes findet Bobby heraus, wo das Mädchen gefangengehalten wird - doch sie kommen zu spät. Das Mädchen ist tot. Es ist nicht Lainey, doch im Bild finden sich Hinweise auf sie. Bobby kommt der Verdacht, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der es auf junge Mädchen abgesehen hat, von denen all denken, sie seien weggelaufen. So wie Katy ..."
~*~

Eine der Nebenaufgaben für den Februar bereitete mir ein paar Schwierigkeiten.. man sollte einen Thriller lesen. Ich bin, wie soll ich sagen, empfindlich, sensibel, habe eine lebhafte Fantasie... Die Bekannte, die ich um eine nicht allzu blutrünstige, verstörende Buchempfehlung gebeten habe, nannte mir "Mädchenfänger". Und ich habe es überlebt :)

Buchrückseite

Um zu vermeiden, dass ich mir das Gelesene beim Einschlafen all zu intensiv vorstelle, habe ich einfach gelesen, bis mir vor Müdigkeit fast die Augen zu fielen. Das Buch hat es mir dabei glücklicherweise sehr einfach gemacht. Es ist flüssig und spannend genug geschrieben, dass ich es in 3 1/2 Nächten durchgelesen hatte.

~*~

Man erlangt in die Gedanken unterschiedlicher Charaktere Einblicke, doch größtenteils erlebt man die Geschichte aus der Sicht des FBI-Agenten Bobby Dees. Bis auf den Journalisten, der aus der Berichterstattung über den Serienmörder einen persönlichen Vorteil (-->Berühmtheit) erlangen will, sind mir auch alle Charaktere soweit mehr oder weniger sympathisch und ihr Handeln ist verständlich. Gerade Lainey, aus deren Sicht das Buch beginnt, finde ich süß. Man kann ihre Aufregung, über ihr erstes "Date", und all die anderen Gefühle sehr gut nachvollziehen.
Ach, und der Serienmörder, in dessen Gedankenwelt man auch Einblicke erhält, ist mir ebenfalls unsympathisch. Aber mit Serienmördern sollte man wohl besser nicht sympathisieren.. X_x

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Die Morde waren für mich hinnehmbar grauenvoll (kann man das so sagen?! >.<). Allerdings muss ich sagen, dass ich erwartet habe, dass sich eben diese Grausamkeit steigert und das hat sie in meinen Augen nicht.
Wer der Täter war, war nicht überraschend, aber auch nicht zu offensichtlich. Ich hatte zwischendurch den Gedanken "Wetten der ist es?!", hab ihn aber dann doch wieder verworfen. Aber bei allen anderen vermeintlichen Tätern war ich mir relativ sicher, dass sie es nicht sind

~*~

Die Autorin hat sich im Übrigen die Freiheit genommen Erwähnungen an ein anderes ihrer Bücher (Cupido) einzubringen. Wenn ich nicht vor einiger Zeit eine Review dazu gelesen hätte, wüsste ich mit dieser Information vermutlich nichts anzufangen. Die "Cupido-Morde" werden nicht übermäßig oft erwähnt, trotzdem dachte ich mir: "Ja ist gut, ich hab mitbekommen, dass du noch ein anderes Buch geschrieben hast und nein ich werde es nicht lesen." Ein bisschen hat's mich gestört... ^^

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Fazit:
Das Buch ist kein schlechtes, und wenn man ähnliche Ansprüche stellt wie ich würde ich es auch empfehlen. Außerdem bin ich auch froh, dass ich es durch die Challenge überhaupt gelesen habe. Das hat mir etwas Abwechslung gebracht. Wahrscheinlich gibt es bessere und schlechtere Bücher dieses Genre's.. aber was soll's, von denen will ich nichts wissen! :D

"Bobby schloss die Augen wieder und schickte flüsternd ein Dankesgebet zum Himmel.
Weihnachten fing dieses Jahr etwas früher an."

Mittwoch, 26. Februar 2014

Buchkritik: Wächter der Nacht

"Langsam und ächzend kroch die Rolltreppe nach oben.  Kein Wunder, so alt wie die Station war. Dafür fegte der Wind durch die ganze Betonröhre, zerzauste ihm das Haar, zerrte an der Kapuze, schlängelte sich unter den Schal und drückte Jegor nach unten."


Wächter der Nacht
Sergej Lukianenko
Original: Russisch (Nochnoi Dozor)
525 Seiten


"Vampire, Gestaltwandler, Hexen, Magier - seit ewigen Zeiten leben die so genannten >>Anderen<< unerkannt in unserer Mitte. Und seit ewigen Zeiten stehen sich die Mächte des Lichts und die Mächte der Finsternis unversöhnlich gegenüber, zurückgehalten nur durch einen vor Jahren geschlossenen Waffenstillstand. Zwei Organisationen - den >>Wächtern der Nacht<< und den >>Wächtern des Tages<< - obliegt es, das empfindliche Gleichgewicht der Kräfte aufrecht zu erhalten. Doch nun droht dieses Gleichgewicht zu kippen und die Welt ins Chaos zu stürzen..."

~*~